Studien zur Interkultur
Wie wenig Daten mit interkulturellem Bezug in Deutschland vorhanden sind, konnten die Mitarbeiter des Landesamts für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen (LDS) auf der Tagung „Inter:Kultur:Komm“ in Essen deutlich darstellen. Ebenso eindeutig war aber auch der Wunsch aller Tagungsgäste nach fundiertem Zahlenmaterial, um die Belange der Interkultur nachdrücklich vertreten zu können.
Diesem Bedürfnis kommt die Kulturabteilung der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Integrationsministerium jetzt nach und startet parallel zwei Studien, die das bislang schlechte Zahlenmaterial verbessern sollen.
Das LDS beginnt mit einer Umfrage in Dortmund: In persönlichen und telefonischen Interviews werden Menschen mit Migrationshintergrund zu ihren kulturellen Gewohnheiten befragt. Die Befragungen erfolgen auf Deutsch, Türkisch, Russisch und in einer weiteren, noch nicht festgelegten, Sprache. Abgefragt wird bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben dem Alter, das Bildungsniveau, die Herkunft und die Häufigkeit der Nutzung öffentlicher kultureller Bildungseinrichtungen (Bibliotheken, Musikschulen). Darüber hinaus sind Mediennutzung, kulturelle Vorlieben, Bezug zur Muttersprache und zur deutschen Sprache sowie das Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland wichtige Themen der Befragung.
Zusätzlich beteiligt sich die Kulturabteilung der Staatskanzlei an einer Sinus Sociovision Studie. Hier werden Menschen mit Migrationshintergrund in Bezug auf ihre Lebenswelt befragt. Mittelpunkt der Studie ist neben der Identifikation mit Deutschland die Ausbildung von Subkulturen. Methodisch stützt sich die Sinus-Studie auf Expertenbefragungen und Interviews; die Ergebnisse werden nach dem Sinus-Milieu®-Model kategorisiert. Dabei werden neben demografischen Fakten wie Geschlecht und Alter auch Wertvorstellungen und Lebensstile erfasst.
Die Ergebnisse beider Studien werden voraussichtlich im Mai 2007 veröffentlicht. Die Details der geplanten Studien sowie eine Zusammenfassung der bisherigen Forschungsergebnisse können Sie hier herunterladen.