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Daniel Niemann  -
Bildende Kunst , Bildung / Forsch. / Lehre , Museumsmitarbeiter

Arbeitsbild

Bochum

+49 177 7662119 [Büro]
daniel.niemann@udo.edu

 

Die bildnerischen Arbeiten von Daniel Niemann (*1975),
einem Absolventen der Fakultät in dem Fach Kunsterziehung und Kunsttherapie, haben sich durch jahrelange, intensive Beschäftigung mit der Eigenart und der Daseinsweise der Linie und der Fläche in Arbeiten auf Papier zu einem kleinen Werk der Anfänge ausgereift. Sie sind geprägt von der Frische des Suchens nach einem Duktus in der Bildproduktion und von dem Ernst des Spieles mit den Versuchungen der Bildkonstitutiva und Gestaltfaktoren in dem autonomen Bild. Will man keine Kunst machen, sondern Bilder mit autonomer Valenz produzieren, ist man auf die Ordnungen des Mediums angewiesen, auf das Aufscheinen des Jenseitigen der Sprache mittels Strichen, Linien und von sich abhebenden Flächen, die die Einbildungskraft erstmal antreiben, später hinter sich lassen und die Präsenz des so noch nie gesehenen Bildes ins Bewusstsein rücken. Es ist ein heikles Unterfangen, auf dem wüsten Land des blendend weißen Papiers im Eingedenk der Nutzlosigkeit jedweder Intentionalität eines Bildmachens eine Spur zu ziehen, sie kontemplativ zu ergänzen oder sie endgültig für sich alleine zu lassen. In Erwartung des Bildes, mit äußerster Konzentration und im Bewusstsein jener Vergeblichkeit, die die Fragmente nach Gestalt zum Sagbaren bilden will, handelt Niemann in diesen Blättern so, dass er den Bildträger mit zarten Zügen versieht, um dann zum Äußersten zu strapazieren. So lässt er das Zeichnen und Malen quasi nebenbei geschehen, um den Ereignischarakter des Ins-Bildkommens walten zu lassen. Das Mögliche der mal spielenden, spottenden oder eben schreckenden und quälenden Phantasie verwandelt sich hier in das Notwendige des Tuns und Lassens, in ein schwebendes Gleichgewicht der Strichgefüge und Farbwerte, all dies mit dem nötigen Phlegma und der unausweichlichen Strenge. Das Resultat überzeugt mit seiner Intensität der inneren Bewegtheit und mit der Radikalität des Verfalls der Sprachlichkeit in seinen Bildern in jene wundersame Stille, die dem Sinnierenden die Weile des Staunens einräumt und die Möglichkeit sichert, sich selbst zu spüren.

F. Jadi (2005)

Vita

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